Welche Formen der Urtikaria gibt es?

Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Formen der Urtikaria benennen, die sich hinsichtlich der Auslöser und der Beschwerdedauer unterscheiden.

Auslöser

Bei der spontanen Urtikaria entstehen die Beschwerden ohne erkennbaren Auslöser. Die Quaddeln und Angioödeme treten spontan, sozusagen aus heiterem Himmel auf, scheinbar wann und wo sie wollen. Stress und Wärme können die Entstehung begünstigen, sie sind aber für das Auftreten von Beschwerden nicht unbedingt notwendig.

Dauer

In den allermeisten Fällen dauert eine Urtikaria nur wenige Tage oder Wochen an und verläuft unproblematisch. Bei einem Zeitraum von bis zu 6 Wochen spricht man von einer akuten Urtikaria.

Auslöser

Bei der spontanen Urtikaria entstehen die Beschwerden ohne erkennbaren Auslöser. Die Quaddeln und Angioödeme treten spontan, sozusagen aus heiterem Himmel auf, scheinbar wann und wo sie wollen. Stress und Wärme können die Entstehung begünstigen, sie sind aber für das Auftreten von Beschwerden nicht unbedingt notwendig.

Dauer

Weitaus schwieriger zu ertragen ist die Urtikaria, wenn Patient:innen über mehrere Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte betroffen sind. Eine Urtikaria, die länger als sechs Wochen andauert, wird als chronische Urtikaria bezeichnet.

Auslöser

Bei einer induzierbaren Urtikaria treten Beschwerden nur dann auf, wenn ein ganz bestimmte Auslöser vorhanden ist, bei Kälteurtikaria z. B. ist das  Kältekontakt der Haut. Beschwerden treten also nur und immer dann auf, wenn die Haut mit Kälte in Kontakt kommt.

Dauer

Weitaus schwieriger zu ertragen ist die Urtikaria, wenn Patient:innen über mehrere Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte betroffen sind. Eine Urtikaria, die länger als sechs Wochen andauert, wird als chronische Urtikaria bezeichnet.

Nach aktuellem Stand gibt es acht verschiedene induzierbare Urtikariaformen, die weiter unten genauer beleuchtet werden.

Chronische induzierbare Urtikariaformen

Der symptomatische Dermographismus (früher auch Urticaria factitia genannt) zählt zu den häufigsten induzierbaren Formen der Urtikaria. Der auslösende Reiz, der für das Auftreten von Quaddeln verantwortlich ist, entsteht durch Reiben, Kratzen oder Scheuern der Haut. Anders als bei anderen Urtikariaformen tritt bei Betroffenen, die unter dem symptomatischen Dermografismus leiden, der Juckreiz häufig bereits vor der Quaddelbildung auf.

Ständiger Juckreiz führt dazu, dass Patient:innen sich kratzen. Durch das Kratzen entstehen Quaddeln, die wiederum zu Juckreiz führen. Dieser Teufelskreislauf von Jucken und Kratzen macht den symptomatischen Dermographismus für viele Betroffene zu einer extrem beeinträchtigenden Erkrankung. Nicht selten tritt diese Form in Kombination mit einer chronischen spontanen Urtikaria oder zusammen mit anderen Formen der chronischen induzierbaren Urtikaria auf. Eine Ursachensuche ist bei Patient:innen mit symptomatischem Dermographismus nicht sinnvoll. Man kennt die Ursachen nicht. Empfohlen wird hingegen die Bestimmung der Reizschwelle. Die wird mit einem Dermographometer durchgeführt und dient der Bestimmung der Krankheitsaktivität.

Die Lichturtikaria, in Fachkreisen auch unter dem Namen solare Urtikaria bekannt, ist eine induzierbare Form. Die Haut reagiert nach wenigen Minuten der Sonnenbestrahlung mit Quaddelbildung, Juckreiz und Rötungen, so als habe man eine Brennnessel berührt. In seltenen Fällen treten die Symptome erst einige Stunden nach Lichtbestrahlung auf. In der Regel bleiben die Beschwerden auf den Ort der Lichteinwirkung beschränkt, das heißt die komplett lichtgeschützte Haut bleibt erscheinungsfrei.

Leichte Kleidung hält UV-Strahlung und sichtbares Licht oft nicht vollständig ab, sodass dann auch an bedeckten Körperstellen Beschwerden auftreten können. Großflächige Lichtbestrahlung, wie etwa beim Sonnenbaden am Strand oder im Solarium, kann bei Vorliegen einer Lichturtikaria zu Hauterscheinungen am ganzen Körper führen und mit teilweise bedrohlichen Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Blutdruckabfall bis hin zur Bewusstlosigkeit einhergehen.

Von einer cholinergischen Urtikaria oder „Schwitzurtikaria“ spricht man, wenn Quaddeln, selten auch Angioödeme, durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden. Auch andere Dinge, die einen warm werden lassen und schweißtreibend sind, führen zu Beschwerden, also z. B. ein heißes Vollbad, der Genuss von scharf gewürzten Speisen oder auch emotionaler Stress. Die cholinergische Urtikaria ist keine seltene Erkrankung und eine der häufigeren Urtikariaformen. Sie betrifft vor allem junge Menschen zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr. Nachgewiesen wird die cholinergische Urtikaria durch einen ein Anstrengungstest z. B. mit dem Ergometer.

Es ist wichtig die cholinergische Urtikaria von einer möglich bestehenden anstrengungsinduzierten Anaphylaxie zu unterscheiden, bei der auch schwere körperliche Reaktionen mit z.B. Kreislaufzusammenbrüchen auftreten können. Diese Form der Anaphylaxie gehört zu den Differentialdiagnosen der cholinergischen Urtikaria.

Die Wärmeurtikaria ist eine weitere Form der chronischen Urtikaria, die ähnlich der cholinergischen Urtikaria etwas mit Wärme zu tun hat. Jedoch führt bei der Wärmeurtikaria Wärme zur Ausbildung von Quaddeln. Es sind also nur die Hautstellen befallen, die mit Wärme in Kontakt (z. B. warme Gegenstände) gekommen sind. Man spricht deshalb auch von „Wärmekontakturtikaria“. Die Wärmeurtikaria tritt im Gegensatz zur cholinergischen Urtikaria deutlich seltener auf.

Wenn Schwellungen nach Einwirkung von Druck auf der Haut auftreten, kann dies auf eine Druckurtikaria hinweisen. Hierbei treten die Beschwerden nur und immer dann auf, wenn die Haut gedrückt wird. Typischerweise werden die Schwellungen bei diesen Patient:innen durch mechanische Belastung ausgelöst (z. B. an der Schulter, beim Tragen einer schweren Tasche) und treten dann an diesen beanspruchten Stellen auf. Schwellungen sitzen tiefer in der Haut als Quaddeln und sind daher auch eher hautfarben. An Handflächen und Fußsohlen sind sie oft unter straff gespannter Haut zu finden und fühlen sich prall an, sind gleichzeitig jedoch elastisch. Diese Schwellungen gehen meist eher mit Brennen und Schmerzen und weniger mit Juckreiz einher und treten zeitlich verzögert auf, sodass die Diagnose einer Druckurtikaria spezieller Provokationstests bedarf.

Bei dieser Form der Urtikaria werden Quaddeln und Juckreiz durch den physikalischen Reiz Kälte ausgelöst. Es scheint, als wären die Betroffenen gegen Kälte allergisch. Es handelt sich allerdings nicht um eine Allergie, sondern um die sogenannte Kälteurtikaria, die immer dann auftritt, wenn die Haut mit kalter Luft oder auch mit kalten Gegenständen in Kontakt kommt (z. B. Eis, Schnee oder Eiswürfel). Es besteht das Risiko, dass Symptome nach Kältekontakt auch an der Mundschleimhaut auftreten, was zu Schwellungen im Mund-Rachen-Bereich und Erstickungsgefahr führen kann. Bei Kontakt des gesamten Körpers mit kaltem Wasser sind sogar Schockreaktionen möglich. Für Betroffene mit Kälteurtikaria ist es daher enorm wichtig zu wissen, ab welcher Temperatur sie mit dem Auftreten von Quaddeln rechnen müssen. Hierbei hilft ein Kälteschwellentest.

Es gibt nur sehr wenige Betroffene, die von einer aquagenen Urtikaria (durch Wasser ausgelöst) betroffen sind.
Es gibt nur sehr wenige Betroffene, die von einer vibrationsinduzierten Urtikaria (durch Vibrationen ausgelöst) betroffen sind.